Profit der Kreditinstitute auf Kosten argloser Kunden – die Restschuldversicherung

clock-77497_960_720Der einstige Verdienst der Geldinstitute durch Zinsen ist dem Profit aus Provisionen gewichen, denn sparen lohnt sich nicht mehr – verschulden hingegen schon. In Anbetracht der niedrigen Zinssätze sind immer mehr Verbraucher bereit, einen Kredit aufzunehmen, um sich kleinere oder größere Wünsche zu erfüllen. Damit die Geschäfte auch für Kreditinstitute möglichst rentabel sind, liegt der Fokus mittlerweile mitunter auf der Provision durch den Abschluss von Versicherungen. Dies bestätigen auch aktuelle Medienberichte, denen zufolge Bankberater vielerorts angehalten sind, auf Provisionen durch Wertpapiere, Bausparverträge und Versicherungen zu setzen. Hier ist insbesondere die Restschuldversicherung hervorzuheben, die viele Kreditnehmer oftmals auf Drängen der Geldinstitute abschließen – unnötigerweise.

Können sich Kreditnehmer die Restschuldversicherung sparen?

Eine Restschuldversicherung soll als Absicherung von Krediten und Hypothekendarlehen fungieren. Dementsprechend springt sie etwa bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit ein und sichert den Todesfall ab. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) weist auf ihrer Website darauf hin, dass Kreditnehmer sich vor Vertragsabschluss über Umfang und Kosten der Versicherung informieren sollten. Aus gutem Grund: Im Jahr 2014 kamen auf die 2,7 Millionen abgeschlossenen Restschuldversicherungen laut der Finanzaufsichtsbehörde lediglich 5.000 Fälle, in denen die Versicherung tatsächlich einspringen musste. Während Kreditnehmer – für den unwahrscheinlichen Fall, das Darlehen nicht mehr bedienen zu können – kräftig zahlen, profitieren Kreditinstitute und Bankberater von saftigen Provisionen: Die Kosten für eine Restschuldversicherung belaufen sich auf fünf bis hin zu 40 Prozent der Kreditsumme.

Entmachtung der Kunden – kein Kredit ohne Restschuldversicherung?

Viele Banken behaupten, dass eine Versicherung nicht zwingend für einen Kreditabschluss erforderlich sei – und wenngleich dies auch dem Kleingedruckten zu entnehmen ist, wird im Rahmen einer Beratung vielen Kunden das Gefühl vermittelt, sie sei eine Voraussetzung für die Kreditzusage. So verwundert es nicht, dass auch die Verbraucherzentrale Hessen e.V. die Versicherung in einem Überblick über die „Missstände bei Restschuldversicherungen“ mit den Worten „aufgedrängte Versicherung“ erwähnt.
Fakt ist: Banken schließen die Restschuldversicherung für ihre Kunden ab. Wird die Versicherung über ein Tochterunternehmen des Geldinstituts offeriert, bietet sich hier nochmals hinsichtlich der Gestaltung von Versicherungsprämien. Kreditnehmer haben keine Möglichkeit, sich ohne Zustimmung des jeweiligen Kreditinstituts um eine Änderung der Konditionen zu bemühen oder die Police zu kündigen. Schließlich trage die Bank letztendlich auch das Risiko; allerdings vergeben Geldinstitute schon lange keine Kredite mit für alle Kunden einheitlichen Zinsen – diese hängen von der jeweiligen Bonität ab, sodass ausschließlich solvente Kreditnehmer von günstigen Konditionen profitieren.

Die Restschuldversicherung ist an ein Produkt und an zahlreiche Voraussetzungen gebunden

Die Versicherung gilt nur für einen speziellen Kredit, und eben dieser ist abgesichert – nicht aber der Kunde. Sprich: Treten Probleme bei einem anderen Darlehen auf, nützt ihm die Versicherung nichts. Selbst im Todesfall können schlimmstenfalls Probleme mit der Versicherung auftreten, sofern Kreditnehmer beispielsweise bereits zu Versicherungsbeginn wegen eines erheblichen Leidens in Behandlung waren – zwar erklärte der Bundesgerichtshof eine entsprechende Klausel in einem Fall aus 2014 für ungültig, doch die Versicherung trat erst nach großen Bemühungen der Betroffenen ein.
Damit die Restschuldversicherung überhaupt greift, müssen zahlreiche Bedingungen erfüllt sein. So wird beispielsweise oft vorausgesetzt, dass sich der Versicherte in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis befindet; vor Eintritt der mitvermittelten Arbeitslosenversicherung müssen Kreditnehmer 12 Monate durchweg berufstätig gewesen sein. Hinzu kommt eine Wartezeit von mehreren Monaten, vor deren Ablauf der Versicherungsschutz nicht gilt.

Wie können sich Kreditnehmer vor unnötigen Kosten schützen?

So verlockend niedrige Zinsen auch sein mögen, ist Verbrauchern dringend davon abzuraten, eine überstürzte Entscheidung zu treffen. Auch wenn es sich bei dem zuständigen Bankmitarbeiter um einen langjährigen Bekannten handelt, sollten potenzielle Kreditnehmer nicht vorschnell unterschreiben, sondern sichergehen, dass wirklich alle Konditionen zur Sprache kamen. Es empfiehlt sich, im Zweifel eine dritte Meinung hinzuzuziehen und sich beispielsweise an einen Berater einer Verbraucherzentrale zu wenden.

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